Ich hatte immer wieder Probleme mit der linken Wade und konnte im Vorfeld die 10 km nicht schmerzfrei laufen.
So wußte ich eine Woche vor dem Start noch nicht, ob ich die Strecke überhaupt laufend schaffte.
Ich legte mir aber einen Plan zurecht, dass ich verletzungsfrei durchkommen müßte.
Die Startnummernausgabe in der Stadthalle ging zügig und ich war schnell umgezogen und konnte die Sachen bei kühler Witterung draußen abgeben.
Die Marathonläufer waren schon auf der Strecke und durchliefen gerade die Innenstadt.
Das Zentrum war voller Menschen, schließlich kamen Läufer und Angehörige aus dem ganzen Land, war doch auch
die Sparkassenmeisterschaft angesetzt.
Schließlich erreichte ich die Startzone am Neumarkt. Als Prominente waren der deutsche Meister im Marathon und Olympia 15. von
Paris Samuel Fitwi und Olympiasieger Waldemar Cierpinski eingeladen. Fitwi war im Interview kurz vor Start zu hören. Er lief eine Strecke zum Training mit und
bereitete sich sonst auf die Weltmeisterschaften im September vor.
Ich stellte mich eher in die hinteren Startreihen, Halbmarathon und 10,5 km starteten zeitgleich auf 2 Spuren.
Es war ein ganz schönes Gedränge, etwa 2400 Läufer allein auf der 10 km Strecke und ich brauchte ab Start etwa eine Minute bis zur Startlinie.
Dann wurde es auch noch nicht richtig schnell, es ging durch die Innenstadt und ich versuchte am Rand etwas in Schwung zu kommen
und ein paar Plätze gutzumachen, was mittelmäßig gelang. Es ging dann Richtung Schlossteich, der halb umrundet wurde und danach
nicht wie gedacht den Hechlerberg sondern die Schlossgasse zum Küchwald hoch. Ich war so auf 6 min / km eingestellt,
bis zum Anstieg der Schlossgasse klappte das auch. Dort wurde ich aber langsamer und verfiel ins Traben, ähnlich beim Rennsteig bei den Anstiegen.
Es waren viele Zuschauer an der Schlossgasse, dei die Läufer anfeuerten und so kam man gut hoch, danach noch ein Stück zu Park und hinein
über die Gleise der Parkeisenbahn. Nun noch an der großen Wiese vorbei Richtung Eisstadion und man hatte die Anhöhen geschafft.
Von hier aus ging es nur noch herunter. Ich kannte die Strecke zum Teil von meinen Trainingsrunden vom Küchwald. Ich lief so bei 4/5-tel
vom Feld und hielt mein Tempo, immer auf die Wade achtend, die mir in der letzetn Zeit solche Probleme gemacht hatte.
Es ging aus dem Küchwald heraus zur langen farbigen Esse von Eins Energie. Dort war auch ein Verpflegungsstand mit Musik aufgebaut,
es war so um die 5 km Marke. Danach gab es noch eine Foto Punkt von Larasch und es ging auf dem Chemnitztal- Radweg zurück in die Stadt.
Man kam zur vor Schluss noch am Theaterplatz an der Oper vorbei, wo sogar ein Streichquartett spielte. Ich war ungefähr bei meinem
Tempo geblieben, konnte jetzt aber mehr überholen. Weiter ging es durch die Straße der Nationen und am Karl Marx Kopf vorbei.
Dann war es nicht mehr weit zum Ziel, aber man mußte nochmal am roten Turm um die Passagen laufen und kam dann vom Düsseldorfer
Platz zum Ziel am Rathaus. Ich raffte mich noch zu einem kleinen Schlusspurt auf und kam in 63:03 min ins Ziel, was auf genau 6 min/km
hinauslief.
So wurde ich 747. von 2361 Gesamt, 536. von 1440 Männern, 43. von 97 in der AK 60, immerhin erste Hälfte.
Aber es waren viele viele Gelegenheitsläufer dabei.
Bei der durchwachsenen Vorbereitung war aber nicht mehr zu erwarten, ich war schon froh, dass ich das mittelere Tempo ohne
Probleme durchlaufen konnte.